Die transsexuelle Sängerin Bülent Ersoy hatte die Angriffe auf die PKK im Nordirak im Fernsehen kritisiert, jetzt drohen ihr drei Jahre Haft. Die Armee meldet indes 16 weitere Angriffe.
Weil sie die Offensive des türkischen Militärs gegen die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK im Nordirak offen kritisiert hat, ist die transsexuelle türkische Schlagersängerin Bülent Ersoy nun angeklagt worden. Am 18. Juni soll sie sich wegen "Entfremdung des Volkes von der Armee" und "Anstiftung zur Verweigerung des Militärdienstes" vor Gericht verantworten, wie türkische Medien am Donnerstag berichteten. Höchststrafe seien drei Jahre Haft.
Bülent, eine als Mann geborene transsexuelle Künstlerin, hatte sich in einer Fernsehshow gegen einen Militärschlag im Nordirak ausgesprochen. Sie hatte erklärt, sie würde einen Sohn nicht für einen Krieg anderer Leute unter die Erde schicken während am grünen Tisch geplant werde. Die Äußerungen hatten in der Türkei heftige Diskussionen ausgelöst. Staatsanwalt Ali Cakir erklärte, die Kritik hätte die Grenzen der Meinungsfreiheit in der Türkei verletzt.
Neue Angriffe gegen PKK
Unterdessen hat die türkische Luftwaffe hat am Donnerstag im Nordirak neue Angriffe gegen die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK geflogen. Insgesamt seien nahe der Grenze zur Türkei 16 Ziele attackiert worden, teilte der türkische Generalstab in Ankara mit. Nach Schätzungen der türkischen Armee halten sich im Nordirak mehrere tausend PKK-Kämpfer auf.
Von ihren Rückzugsbasen aus dringen die Rebellen in die Türkei ein und verüben Anschläge auf Wachposten und Patrouillen der Armee. Im Februar hatte die türkische Armee während einer einwöchigen Bodenoffensive gegen PKK-Lager im Nordirak nach eigenen Angaben 240 Kämpfer getötet. (Ag.)
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