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Kirchenskandale, Nachrichten
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28.1.2005 - 60 Jahre Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz - Damit sich solche Grauen nicht wiederholen können, ist es nötig, die Wurzeln der Verbrechen zu finden und den Anfängen zu wehren. Eine wesentliche Wurzel wird jedoch beim Gedenken an die Millionen Opfer meist ignoriert bzw. verschwiegen. Adolf Hitler rechtfertigte sich nämlich damit, "dass er gegen die Juden nichts anderes tue als das, was die Kirchen in 1500 Jahren gegen sie getan habe" (Friedrich Heer, Gottes erste Liebe, Berlin 1986, S. 406). Vor allem Martin Luther tat sich mit seiner Forderung nach Judenpogromen hervor: Man soll ihre "Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken", ihre Häuser zerbrechen. "Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder einen Stall tun". Aller Besitz soll ihnen weggenommen werden und den "jungen und starken Juden" soll man in die Hand geben "Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken und Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nasen". Wer auf jüdische Art Gott öffentlich lobt, soll, so Luther, hingerichtet werden (Belege bei: Martin Luther, Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, Jena 1542; zitiert nach der im Dritten Reich heraus gegebenen Volksausgabe von H. L. Parisius; Wie verträgt sich aber das notwendige Gedenken an Auschwitz und die gleichzeitige Ehrung Martin Luthers? Die Kirchen forderten in der Weimarer Republik und im Dritten Reich den Staat auf, gegen religiöse Minderheiten vorzugehen und bekämpften sowohl "Juden" als auch "Sekten". Heute verschweigen sie am liebsten ihre Verantwortung am Judenmord, verleumden aber wie eh und je wieder andere Minderheiten

 

9.2.2005 - Philipp Melanchthon war kein Vorläufer für Gewissensfreiheit - im Gegenteil: Bei der Suche nach Vorläufern des modernen Europa versuchen die Kirchen doch immer wieder, ihre alten Inquisitoren unterzubringen. Jüngstes Beispiel: Ein epd-Artikel über die Europäische Melanchthon-Akademie in Bretten/Baden, der von mehreren Tageszeitungen kritiklos übernommen wurde, so auch von der Würzburger Main-Post am 11.1. Das sollte nicht unwidersprochen bleiben, die von der Main-Post auch in gekürzter Form übernommen wurde.

 

24.3.2005 / 18.11.2006 - Kirchliche Diskriminierung der Zeugen Jehovas - Das Oberverwaltungsgericht Berlin macht nicht mit - Ekklesiogene Neurosen in den Kirchen: Was ist, wenn ein Staat auch einer kleineren Religionsgemeinschaft ähnliche Rechte verleihen könnte wie sie die beiden großen Quasi-Staatskirchen "Evangelisch" und "Katholisch" seit Jahrhunderten in immer wieder neuen Formen genießen! So entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin, dass das Land Berlin auch den Zeugen Jehovas den Status einer "Körperschaft des Öffentlichen Rechts" verleihen muss, was z. B. mit einigen Steuerbefreiungen verbunden ist. Der Aufschrei und der Protest der Kirchen folgte sofort. So verwies die Evangelische Kirche sogleich auf kritische Berichte von einzelnen Aussteigern bei den Zeugen Jehovas. Wörtlich erklärte z. B. der EKD-Vorsitzende Bischof Wolfgang Huber: "Man muss ja auch fragen, wer sonst Auskunft geben soll, wenn nicht diejenigen Menschen, die tatsächlich unter Druck geraten." (Spiegel online, 24.3.) Als Außenstehender kann man aber zurückfragen: Warum sollen aber nur Abtrünnige befragt werden und aus Gründen der Ausgewogenheit nicht auch diejenigen, die sich bei dieser Gemeinschaft wohlfühlen? Wendet man nämlich denselben Maßstab, den Bischof Huber hier einfordert, an die evangelische und an die katholische Kirche an, hätte dies schon lange dazu führen müssen, dass die beiden Großkirchen ihre maßlosen Privilegien verlieren. So berichten nämlich Aussteiger aus den beiden Amtskirchen seit Jahren z. B. von Einschüchterungen der Menschen mit Höllendrohungen. Oft finden diese Einschüchterungen nicht direkt statt, sondern werden sehr subtil eingesetzt. Die Folgen sind vielfach so genannte "ekklesiogene" Neurosen oder Psychosen, durch welche kirchlich Gläubige bereits zu Hunderten aus der Bahn geworfen wurden. Davon betroffen sind meist Menschen, die sich trotz schwer wiegender Probleme mit der kirchlichen oder biblischen Lehre oder bestimmten kirchlichen Moralvorstellungen nicht von diesen lösen können. Erst Anfang März nahm in Groitzsch bei Leipzig eine engagierte lutherische Kirchenvorständin ihre drei minderjährigen Kinder mit den Tod. Sie warteten mit zwei Bibeln in eisiger Kälte auf den Tod durch Erfrieren. Hinzu kommen sexueller Missbrauch von Kindern durch kirchliche Amtsträger und vieles mehr.
Man stelle sich vor, wie das Urteil des Oberverwaltungsgerichts womöglich ausgefallen wäre, wenn auch nur eines dieser Vergehen, die in den Kirchen an der Tagesordnung sind, bei den Zeugen Jehovas passiert wäre. Außerdem wurde gerade diese Gemeinschaft auf unmittelbare oder mittelbare Veranlassung der Kirchen von den Nationalsozialisten verfolgt, was viele der "Zeugen" nicht überlebten.
Schon aus diesem Grund hätten die Kirchenvertreter allen Grund, freiwillig vom hohen Ross zu steigen und ihr Inquisitionsgebaren nach ca. 1800 Jahren endlich zu beenden. 


 

10.4. / 12.6.2005 - Beerdigung des Papstes: Die Vertreter der Demokratien lagen einträchtig zu Füßen der Diktatur des Heiligen Stuhls
Wem das Wort "Diktatur" zu hart erscheinen mag oder wer es nicht annehmen will, der lese das offizielle Lehrbuch der römisch-katholischen Kirche von
Josef Neuner und Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden und ihren Lehrverkündigungen, neu bearbeitet von Karl Rahner und Karl-Heinz Weger, 12. Auflage, Regensburg 1986 ...
Die Kirche will zudem, "dass alle Völker in die Kirche eintreten" (Nr. 370). Was könnte das bedeuten? Z. B. für  Europa, das nach dem Willen der Kirche ein römisch-katholischer Kontinent werden soll? Der bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers warnte eindringlich: Der "biblisch fundierte Absolutheitsanspruch" der Kirchen stehe "ständig auf dem Sprung, die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (Der philosophische Glaube, 9. Auflage, 1988, S. 73). Doch die Staatsmänner dieser Erde, welche eigentlich die Werte der gegen die Kirche erkämpften Demokratie verteidigen sollen, werfen sich der Diktatur des Heiligen Stuhls an den Hals oder vor die Füße. Hier stellt sich gerade in diesen Tagen die Frage: Wo sind noch wahrhafte Demokraten, welche noch für die Ideen von Freiheit, Menschenrechten und Toleranz einstehen? Und gibt es in Europa wenigstens einen Politiker, der nicht vor der Kirche auf die Knie fällt?

 

25.5.2005 - Wahlen in Deutschland - die "überlegene" katholische Religion / Aussteiger suchen unabhängigen Politiker - wer fällt nicht vor der Kirche auf die Knie? Ist es ein Zufall, dass die derzeitigen politischen Umwälzungen in Deutschland ausgerechnet vom Wahlsieg von CDU-Politiker Jürgen Rüttgers in Nordrhein-Westfalen ausgelöst wurden, der kurz zuvor noch erklärte: Die katholische Kirche und ihr Menschenbild sei allen anderen Religionen "überlegen" (Spiegel online, 22.4.)? Rein optisch wurde dazu in der Nähe von Köln für den Weltjugendtag im August ein riesiger Hügel aufgeschüttet. Von dort aus wird Benedikt XVI. vor Hunderttausenden von "unten liegenden" und zu ihm aufblickenden Jugendlichen die Messe zelebrieren. Und wer die ausgefeilten Bedeutungen von Symbolen, Ritualen und Zeremonien in der Kirche kennt, weiß genau, dass es hier nicht nur darum geht, dass man den Papst besser sieht. - Durch die Winkelzüge der Politik fällt dieses Ereignis nun wahrscheinlich mitten in den Bundestagswahlkampf. Zu diesem Anlass suchen viele besorgte Aussteiger aus den Kirchen einen wählbaren Politiker, der weder in Köln noch vor dem Fernsehgerät niederkniet und zu Benedikt XVI. auf den Hügel emporschaut. 

 

29.5. /  18.11.2006 - Mehrwertsteuererhöhung von CDU und CSU geplant - der Würgegriff für das Volk wird immer fester, die Reichen und Privilegierten bekommen immer mehr. 77 % der Bürger wollten einer Umfrage Ende Mai zufolge CDU, CSU oder SPD wählen. Offenbar genug, so dass deren Politiker sich getrauten, nach der Wahl eine Mehrwertsteuererhöhung durchzudrücken, was "insbesondere die Bezieher niedriger Einkommen und die Familien mit Kindern vergleichsweise stark belasten" wird (Prof. Peffekoven, Universität Mainz lt. Monitor, 9.6.05). Die Reichen und Privilegierten werden  anderweitig mehrfach entschädigt, während der Mittelständler immer mehr unter Wasser gedrückt wird. Konkret heißt das z. B.: 31 Millionen Bürger mit durchschnittlichem bzw. geringem Einkommen müssen bei einer Erhöhung um 3 % einer Hochrechnung zufolge auf diese Weise 4,5 Milliarden € pro Jahr mehr zahlen (der einzelne ca. 300 € mehr). Besserverdienende würden dafür nach dem CDU-Plan "Konzept 21" zur Reform der Lohn- und Einkommensteuer um ca. 4 Milliarden € pro Jahr steuerlich entlastet (Monitor vom 9.6. rechnete noch mit 4 % Erhöhung und kam daher auf 6 Milliarden Mehreinnahmen bzw. 400 € mehr Last für den geringer Verdienenden).
Grundsätzlich kann man beobachten: Die verantwortlichen Politiker überlegen hauptsächlich, wie man die einfache Bevölkerung noch mehr beschneiden und ihnen noch mehr wegnehmen kann und wie man möglichst viel in den eigenen Schlund und den seiner Günstlinge und Vasallen stecken kann, die man als Lobby vertritt.
So sollen alleine im Gesundheits- und Sozialministerium kurz vor der Abwahl der Regierung noch schnell 126 Beförderungen durchgewunken werden. Denn warum sollen nur die Krankenkassen-Bosse die Bürger abzocken, die sich das, was man v. a. durch Leistungseinsparung bei den Bürgern holte, in die eigenen Taschen steckten und ihre Spitzengehälter noch einmal kräftig erhöhten? Auch die Pressesprecherin von SPD-Minister Clement bekommt schnell noch 1.300,00 € mehr im Monat. Ob es für ihre Verdienste bei der Ideenfindung ist, wie man die Bezüge von Arbeitslosengeld-Empfänger noch weiter stutzen kann?
Ab 2007 soll man nun auch noch Fernsehgebühren auf den Internet-Anschluss bezahlen, auch wenn man den Computer gar nicht zum Fernsehen verwendet. Und, und, und ...
Die Reichen und Privilegierten werden immer reicher, und wer sich heute noch im Mittelstand wähnt, wird Schritt für Schritt in Richtung Armut gedrückt. Mit den Bürgern kann man es ja machen. Die Reichen und Privilegierten sichern sich derweil ihre Pfründe und Zusatzeinnahmen mehrfach ab. Zu ihnen gehören auch die Kirchenoberen und ihre sogar von Steuern befreiten Institutionen. Die maßlosen Subventionen (14-20 Milliarden € jährlich für rein innerkirchliche Zwecke, nicht für Soziales) für die Großkirchen werden wieder einmal nicht angetastet, sondern sollen ebenfalls noch ausgeweitet werden, damit die Kirche ihr Milliarden-Vermögen (lt. Experten alleine in Deutschland ca. 500 Milliarden €) nicht antasten muss. Die Kirchenoberen bedanken sich mit ihrem "Segen". Staat und Kirche kungeln wie immer auf Kosten der Bevölkerung. Nebenbei fallen dabei z. B. weitere 15 Millionen € ab, die man dem Bürger aus der Tasche zieht, damit er beim Weltjugendtag in Köln im Angesicht von Papst Benedikt XVI. leichter auf die Knie fallen kann, und vermutlich ist ein großer Teil der Kosten hier (wieder einmal) noch gar nicht eingerechnet. Deshalb: Nicht länger schweigen und ertragen! Stoppt die Pläne für die Mehrwertsteuererhöhung! Stoppt die Umverteilung der Euros vom Volk zu den Privilegierten! 

 

 

15.8.2005 - "Kluge Bayern" überwiegend ewig verdammt - und die Teilnehmer am Weltjugendtag auch, trotz zwischenzeitlichem vollständigem Ablass - Der CSU-Chef und überzeugte Katholik Edmund Stoiber bescheinigt seinen politischen und kirchlichen Gefolgsleuten Klugheit. 59 % der Bayern gehören der römisch-katholischen Kirche an, und etwa genauso viele wählten bisher CSU. "Wir haben leider nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern," so Ministerpräsident Stoiber im Hinblick auf die weniger kirchliche und CDU/CSU-freundliche Bevölkerung in Ostdeutschland. Und auf deren Wahlverhalten (über 20 % wählen Linkspartei) angesprochen behauptete er: "Nur die dummen Kälber wählen ihren Metzger selber."
Doch wahrscheinlich weiß weder Edmund Stoiber noch sein überwiegend katholisches Wahlvolk in Bayern, dass der römisch-katholische "Metzger" unter den Kirchenmitgliedern längst vorsortiert hat, wer trotz seiner Kirchenmitgliedschaft und "klugen" politischen Wahl in die ewige Verdammnis muss. Nämlich alle, die aufgrund der verbindlichen Kirchenlehre "ausgeschlossen" sind. Und wer ist alles davon betroffen? 
Und was Edmund Stoiber vermutlich auch nicht weiß: Die Mehrheit der Bayern, die römisch-katholisch ist und CSU wählt, wird den Test nicht bestehen. Und auch die Mehrheit der Jugendlichen nicht, die in Köln dem Papst zujubelt und fälschlicherweise glaubt, sie können in wesentlichen Lehrfragen auch eigene abweichend Ansicht haben. Diese Jugendlichen werden in den kirchenfreundlichen Medien auch als selbstbewusst vorgestellt, um die angebliche Offenheit der Kirche zu demonstrieren. Bleiben sie jedoch bei ihren Ansichten oder entfernen Sie sich sogar noch weiter von den kirchlichen Lehren, müssen sie nach katholischem Glauben später ebenfalls in die Hölle. Der Papst macht derweil gute Miene zum bösen Spiel, da er "hofft", dass sich die jungen Menschen irgendwann noch vollständig unterwerfen. Wer es nicht tut, dem nützt auch der vollkommene Sündenablass in Köln und dereinst die letzte Ölung nichts. Und wem das jetzt schon klar ist, der kann sich ja schon heute überlegen, ob er noch weiterhin Kirchensteuer bezahlen möchte.



 

25.8. / 28.8.2005 - Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU): Papst sei für viele die Erfüllung religiöser Sehnsucht - Obwohl die römisch-katholische Kirche die evangelische Pfarrerstochter Angela Merkel offiziell ewig verdammt, lobt diese den von der Kirche so genannten "Vater der Fürsten und der Könige, Rektor der Welt und Stellvertreter Christi auf Erden" (zit. nach "Päpstliche Insignien" auf der Web-Seite der Deutschen Bischofskonferenz http://www.dbk.de/vatican/in_vatican_17.html *) mit monumentalen und kritiklosen Worten: "Ich bin nach diesem Treffen mehr denn je überzeugt: Papst Benedikt XVI. ist genau die Persönlichkeit, um die wachsende Sehnsucht vieler Menschen nach einem religiösen Bekenntnis und einem festen Wertefundament zu erfüllen" (idea-spektrum, 35/2005), so Frau Angela Merkel. Während sich die CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidatin freute, dass sie Joseph Ratzinger in Köln die Hand schütteln durfte, wurde keine der drei amtierenden evangelischen Bischöfinnen (Margot Käßmann, Maria Jepsen und Bärbel Wartenberg-Potter) zum Treffen mit dem Papst eingeladen, obwohl die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gerne wenigstens eine der drei Frauen dem Papst vorgestellt hätte. Doch die römisch-katholische Kirche hat der EKD vorgeschrieben, wie sie ihre Delegation zusammensetzen muss und nur namentliche Einladungen für die "Begegnung" verschickt. Auch darin zeigt sich, was Experten schon lange beobachten: Die evangelische Kirche scheint nur noch ein Anhängsel der katholischen zu sein. * Diese Ehrentitel für den Inhaber des Stuhles Petri standen jeweils im Zentrum der Papstkrönung, bis Papst Johannes Paul I. im Jahr 1978 die Krönung abschaffte (eine seiner wenigen Entscheidungen vor seinem plötzlichen und nicht für alle überraschenden Tod). Dennoch gilt der Inhalt der Huldigung natürlich für die nachfolgenden Päpste weiter.

 

12.10.2005 - Buddha-Statue auf dem Piz Badile als Protest gegen Gipfel-Kruzifixe - Verschiedene Südtiroler Bergsteigergruppen (PS: Südtirol gehört zu Italien) wehren sich dagegen, dass die römisch-katholische Kirche auf jedem Berggipfel in den Alpen ein Kruzifix mit dem geschundenen Leichnam von Jesus, irgendein anderes Kreuz oder Statuen angeblich Heiliger aufstellt. Als sichtbares Zeichen des Protests transportierten die Bergfreunde eine Buddha-Statue auf den 3000 Meter hohen Piz Badile. "Die 20 Kilogramm schwere Figur soll erst wieder ins Tal gebracht werden, wenn am Berg keine Heiligenbilder mehr zu sehen seien, sondern nur noch Fels und Eis", so die Initiative (idea-spektrum, 41/2005), die sich gegen die Vereinnahmung der Natur durch die Kirche wendet. Die katholische Kirche reagierte prompt, und ein Zusammenschluss von Priestern hat sich die Entfernung des Buddha zum Ziel gesetzt. Durch ihren österreichischen Informationsdienst kath.net ließ man hierzu die Stellungnahme des Theologen Don Augusto Azzalini verbreiten, in der es unter anderem heißt: "Unsere Berge dürfen nicht von anderen Religionen verunreinigt werden, die nicht zu unserer Kultur gehören".

Auch in anderen Zusammenhängen wird von Katholiken und Protestanten die Bedeutung von Europa als eines angeblich kirchlichen Kontinents hervorgehoben und als Argument gegen einen möglichen Beitritt der Türkei angeführt. Der Kampf um eine Rückschritt ins Mittelalter oder um einen Schritt vorwärts zu mehr Religionsfreiheit und -gleichheit in Europa entbrennt derzeit an vielen Fronten.

 

24.10.2005 - Kirchliche Medienlobby protestiert gegen Esoterik-Sender - Wer protestiert gegen kirchliche Verführung? Weil die Satelliten-Betreibergesellschaft Astra jeden Abend ab 21 Uhr einen esoterischen Beratungsdienst ausstrahlt, "protestieren nun Eltern und kirchliche Medienexperten" (Evangelisches Sonntagsblatt Bayern, 23.10.). Da die Sendezeit bis 21 Uhr an den Kinderkanal KI.KA vermietet ist, befürchten die kirchlichen Glaubenswächter und die von ihnen instrumentalisierten "Eltern", dass Kinder, die das Programm um 21 Uhr nicht wechseln, "krassem Aberglauben und schlimmster Scharlatanerie ausgesetzt" würden.
Obwohl der Staat die beiden Großkirchen jährlich mit Milliardenbeträgen subventioniert und dabei gegenüber anderen Gemeinschaften massiv privilegiert, ist das den Kirchen nicht genug. Unverhohlen verstärkt man auch in unserer Zeit auf vielen Ebenen die moderne Inquisition gegen Andersgläubige. Doch ist jetzt Zeit, dass der Spieß herumgedreht wird und sich Proteste zunächst gegen die staatliche Subventionierung kirchlicher Programme in den Medien richtet. Weiterhin sollen alle Sender und Anbieter prüfen, ob sich die Ausstrahlung von Sendungen einer bestimmten Religion mit den eigenen Programmgrundsätzen vereinbaren lässt, wenn diese Religion z. B. die Unterwerfung aller Menschen und Völker unter ihren Glauben fordert und die ewige Hölle für Abweichler, Aussteiger und Andersgläubige lehrt. Diese Prüfung soll vor allem dem Schutz der Kinder vor seelischer Grausamkeit und religiösem Fanatismus dienen.
Soll der Staat, d. h. wir, alle Bürger, weiterhin jährlich 2.500.000.000,00 (2,5 Milliarden) € für den konfessionellen Religionsunterricht bezahlen. Dort werden bereits Kinder und Jugendliche gegen religiöse Minderheiten in Deutschland aufgehetzt (v. a. in den Lehrplänen des 9. Schuljahres) und in die Schablonen katholischer oder evangelischer Kirchenmeinungen hineinmanipuliert.
Deshalb fordern wir als Sofort-Maßnahme: "Für Religionsfreiheit und Toleranz an unseren Schulen! Stoppt die staatliche Finanzierung des konfessionellen Religionsunterrichts! Verwendet 50 % des Geldes für einen konfessionsfreien Werteunterricht, in dem die Achtung vor dem Nächsten, auch des Andersdenkenden, im Mittelpunkt steht. Und die anderen 50 % (da es in Deutschland zwei Großkonfessionen gibt, muss der Staat hier immer doppelt bezahlen, was bei einem überkonfessionellen Werteunterricht nicht notwendig ist) investiert für den Schutz unserer Umwelt, damit unsere Kinder auch morgen noch auf diesem Planeten leben können."



31.1.2006 - Steht die Politikerin Carla Bregenzer (SPD) noch auf dem Boden des Grundgesetzes? - Aufklärung über evangelische Inquisition
- Was ist nur in diese Frau gefahren? Wenn Menschen mit urchristlicher Gesinnung aus ihrer religiösen Überzeugung heraus für vegetarische Ernährung eintreten, dann sorgt sich die baden-württembergische Landtagsabgeordnete und selbsternannte "Sektenexpertin" Carla Bregenzer (SPD) gleich um das geistige Wohlergehen der Bürger und nimmt dies zum Anlass für eine Landtagsanfrage.
Nicht nur in dieser Anfrage, sondern immer wieder weckt die überzeugt evangelische Politikerin in der Bevölkerung gezielt Ängste vor religiösen Minderheiten. Diese Ängste und Vorurteile werden von den großen Kirchen seit Jahrhunderten geschürt. Viele der von der Kirche verfolgten Minderheiten wie z. B. die Katharer oder die Bogumilen achteten die Natur und lebten vegetarisch. Das war der Kirche schon immer ein Dorn im Auge. Heute werden solche Ängste und Vorurteile von der Kirche willfährigen Politikern wie Carla Bregenzer in der Bevölkerung verbreitet. Will sie damit Mitglieder für die SPD oder für die evangelisch-lutherische Kirche werben, der sie angehört?
Schon Martin Luther forderte die Obrigkeiten auf, alle Prediger, die nicht von ihm ordiniert waren, dem "Meister Hans“, dem Henker, zu übergeben. Und nicht nur das: Er forderte die Landesherren zum brutalen Hinrichten der rebellischen Bauern auf. Er hetzte in hasserfüllter Weise gegen die Juden, deren Synagogen man anzünden und deren Talmude man verbrennen solle, die man zur Zwangsarbeit schicken solle usw. Er ließ im lutherischen Gebiet ebenso grausam Hexen foltern und verbrennen, wie es in katholischen Gebieten geschah. Und: Martin Luther leugnete den freien Willen des Menschen, der die Grundlage jeglicher demokratischen Gesellschaft ist. Wer aber den Bürger nicht für mündig hält und ihm kein Selbstbestimmungsrecht zugesteht, wie kann der eine demokratische Gesellschaft aufbauen? Steht also die evangelisch-lutherische Kirche wirklich auf dem Boden des Grundgesetzes – und mit ihr die Politikerin Carla Bregenzer, ein Mitglied dieser Kirche, das in der Öffentlichkeit kleinere Glaubensgemeinschaften bekämpft?
Würde Martin Luther heute seine Rundumschläge gegen religiöse und soziale Minderheiten öffentlich verkünden, so müsste sich umgehend der Verfassungsschutz mit ihm beschäftigen. Doch Martin Luther muss gar nicht wiedergeboren werden. Es gibt ja Politiker, die sein Ungeist auch heute noch umzutreiben scheint. Politiker, die glauben, sie müssten die "armen, unmündigen Bürger“, davor bewahren, eigene Entscheidungen zu treffen – und sei es auch nur in Bezug auf ihre Ernährung ...
Das Verhalten der protestantischen SPD-Inquisitorin Carla Bregenzer gibt in dieser Hinsicht zu denken. Denn es weist ohne Zweifel Merkmale einer totalitären Denkweise auf. Deshalb: Seien Sie wachsam! Denn wie sagt schon ein bulgarisches Sprichwort: "Hast du den Bären heute in Nachbars Weinberg gesehen? Erwarte ihn morgen in deinem!“



 

20.4. / 9.5.2006 - Kindererziehung: Staat liefert sich noch mehr den ewig verdammenden Kirchen aus - Die evangelisch-lutherische Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) praktiziert die exklusive Umarmung mit den beiden Großkirchen. Bereits jetzt ist jeder zweite (überwiegend staatlich finanzierte) Kindergartenplatz in Deutschland in Kirchenhand. Viele Kommunen haben schon lange kapituliert und sich für die Finanzierung kirchlicher anstelle von gemeindeeigenen oder städtischen Kindergärten entschieden. Andere Bewerber um die Trägerschaft eines Kindergartens haben gegenüber den Kirchen im Ernstfall keine Chance. Diese Entwicklung könnte durch das neu gegründete "Bündnis für Erziehung" weiter forciert werden, wozu der zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtete Staat nur die katholische und die evangelische Kirche als Gründungsmitglieder hinzu gebeten hat. Damit wirft sich der Staat einmal mehr den beiden Institutionen an den Hals, die Aussteiger und Andersgläubige in die ewige Hölle verdammen wollen, auch wenn das offiziell lieber unter den Teppich gekehrt wird. Damit wird unseren Kindern ein sehr schlechter Dienst erwiesen. Viele Eltern haben mangels Angeboten schon jetzt keine Möglichkeit, ihr Kind in einen nichtkirchlichen Kindergarten zu schicken, um es vor den seelisch vielfach krank machenden Kirchenlehren zu schützen. Und um stattdessen einen Platz in einem kirchlichen Kindergarten zu bekommen, sehen sich viele Eltern gezwungen, in die Kirche einzutreten. Auch viele Erzieher müssen kirchlich fest gebunden sein, um überhaupt eine Chance auf einen Arbeitsplatz zu haben.

Doch die CDU-Ministerin sieht Staat und Kirche auf engste verbunden und setzt staatliche und kirchliche "Werte" offenbar gleich, wenn sie z. B. erklärt: "Auf christlichen [Anmerkung: zutreffender wäre "kirchlichen"] Werten basiert unsere gesamte Kultur" (ARD-Tagesschau, 20.4.). Und entlarvend fügt sie hinzu: "So wie man die eigene Muttersprache lernt, müssen wir erst unsere eigene Position klären, damit wir uns später für andere Religionen öffnen können." (Spiegel online, 20.4.). Doch vielleicht hat die Ministerin in ihrem kirchlichen Eifer auch einfach vergessen, dass der Staat nach dem deutschen Grundgesetz keine kirchliche "Position" vertritt und nicht auf dem Schoß der "Mutter Kirche" sitzt, sondern dass er dem gleichberechtigten Miteinander aller Religionen verpflichtet ist - einem Wert, der in der Geschichte gegen den massiven Widerstand der Kirche erkämpft wurde und geschützt werden muss. Doch die evangelische Ministerin bevorzugt einmal mehr die Institutionen, die Andersgläubigen und möglichen Aussteigern mit grausamen Höllenstrafen für alle Ewigkeiten droht. Und an anderer Stelle sagt sie einmal über die Aufgabe der Pfarrer: "Man muss Pastorinnen und Pastoren gestatten, dass sie Spiegelbild unserer Gesellschaft sind." Das erinnert an die Lehre einer gegenseitigen Durchdringung von Staat und Kirche, die den Schülern auf Staatskosten z. B. im Religionsunterricht beigebracht wird - dort heißt das dann auf evangelischer Seite "Zwei-Reiche-Lehre" (nach Martin Luther) oder "Lehre von der Königsherrschaft Christi" (nach dem bekannten evangelischen Theologen Karl Barth), wonach die "Christengemeinde" die "Bürgergemeinde" immer wieder an die kirchliche "Wahrheit" erinnern soll, bis der Staat irgendwann zum "Spiegelbild" der kirchlichen Staatsvorstellungen geworden sei. Persönlich bekennt die Ministerin dabei: "Ich habe mich in der Kirche immer aufgehoben gefühlt" (Marktkirche Hannover, 18.11.2003).

Andersgläubige und Gewerkschafter sehen sich beim "Bündnis für Erziehung" nun ausgeschlossen. "Wir sind vor die Tür gesetzt", es ist eine "Missachtung", erklärte z. B. der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ARD-Tagesschau, 20.4.). Im Herbst möchte die Ministerin das Bündnis zwar "erweitern", doch die jetzt Ausgeschlossenen sehen das vielfach nur als eine "Einladung zweiter Klasse". Das jetzt geschlossene "Bündnis für christliche [kirchliche] Erziehung" (Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung Wissenschaft GEW, Marianne Demmer) sei ein "Affront gegen andere Religionen" (FDP-Politiker Hans-Michael Goldmann). Und die Grünen fordern die Ministerin auf, das Bündnis zurückzuziehen. Deren Geschäftsführerin Steffi Lemke sprach von einem "christlichen [kirchlichen] Erziehungsdogma", das offenbar installiert werden soll, und Marianne Demmer von der GEW wehrt sich dagegen mit den Worten, Deutschland sei kein Gottesstaat (dpa, 20.4.). Und der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan J. Kramer, warnte vor einem "Rückschritt ins Mittelalter" (Netzeitung, 21.4.). Zu den Reaktionen auf die erneute Bevorzugung der massiv privilegierten Großkirchen durch den Staat, siehe auch:

http://www.tagesschau.de/aktuell/meldunge
n/0,1185,OID5449146,00.html


http://www.netzeitung.de/
deutschland/393418.html


http://www.netzeitung.de/spezial/
judenindeutschland/393829.html

Die Ministerin meint "Verantwortung". Doch ihre evangelische Kirche leugnet die Verantwortung der Menschen und einen freien Willen für ihr Seelenheil. Die Geretteten werden von Gott dafür vorherbestimmt, und wer ewige verdammt wird, würde Gott vorhersehen. Keine Vergangenheit, sondern gültiger Glauben bis heute! Sie meint "Respekt", doch die katholische Kirche respektiert z. B. keine anderen Glaubensrichtungen, sondern fordert von allen die Unterwerfung unter den Papst. Dies ist eine "unfehlbare" kirchliche Glaubenswahrheit bis heute! Sie meint "Aufrichtigkeit", doch Papst Innozenz III. erklärte im Jahr 1199 für die Zukunft richtungsweisend bis in die Gegenwart: "Treu und Glauben braucht einem Ketzer [gegenüber] nicht gehalten zu werden, und der Betrug, gegen ihn geübt, wird geheiligt.
 


9.5.2006 - Aktueller Bundestag - Der Reiter auf dem Ross: Alle im Bundestag vertretenen Fraktionen haben einen Experten berufen, der in ihrer Partei bzw. Fraktion für „Kirchen und Religionsgemeinschaften“ zuständig ist, also z. B. auch bei Fragen der Kürzung oder Streichung von Kirchensubventionen. Das Amt heißt „Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften“. Die Lobby der Amtskirchen besetzt diese Stellen in allen Parteien zu 100 %, wie aus einem Bericht der Zeitschrift idea-spektrum vom 22.3.2006 hervorgeht. Im einzelnen sind dies folgende Politiker.

SPD
Kerstin Griese (39), MdB seit 2000. Frau Griese ist Tochter eines evangelischen Pfarrers, „jeden Sonntag leitete sie den Kindergottesdienst“. „Ich gehe gerne in die Kirche“, sagt sie. Und: „´Ich bin doch in der Kirche mehr verwurzelt als in meiner Partei`“. Seit 2003 ist Kerstin Griese auch Mitglied der EKD-Synode. Frau „Griese beobachtet, dass in ihrer eigenen Partei die Haltung gegenüber den Kirchen freundlicher geworden sei.“ Und sie weist darauf hin: „´In unserer Fraktion gibt es sogar mehr Theologen als in den anderen Parteien.`“ Der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber gebe nach der Überzeugung von Frau Griese „unserer Kirche auf großartige Weise Stimme und Gesicht“. So weit die SPD zur Kirche.

CDU
Ingrid Fischbach (48), MdB seit 1998, gehört dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an. „Als ´Tischmutter` traf sie sich in ihrer Heimatstadt Wanne-Eickel alle 14 Tage mit Kindern ihrer Gemeinde und bereitete sie auf die Kommunion vor.“ „Wenn sie in ihrem Wahlkreis unterwegs ist, besucht sie fast jede Woche die Messe.“ Sie bekennt: Die Kraft für ihre Arbeit als Politikerin „schöpfe ich aus dem [römisch-katholischen] Glauben“. Und sie betont: „In keiner Partei spielt der christliche Glaube eine so große Rolle wie bei uns.“ Neben ihrer Tätigkeit als Parlamentarierin ist Frau Fischbach auch Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes. Das ist also die Ansprechpartnerin der Kirche in der CDU. Und was ist mit der Opposition?

Bündnis 90 / Die Grünen
Josef Winkler (31), MdB seit 2002, ist der Sohn einer indischen Katholikin. „Als Kind sang Winkler im Kirchenchor der St.-Martins-Gemeinde in Bad Ems, seit einem Jahr ist er Mitglied im Pfarrgemeinderat“ der römisch-katholischen Kirchengemeinde. „Mir liegt viel daran, dass bei den Grünen das Verständnis für Entscheidungen der katholischen Kirche wächst“, beschreibt Winkler seine Position. Das zu dem maßgeblichen Mann der Grünen. Vielleicht ist es ja bei der FDP anders.

FDP
Hans-Michael Goldmann (59), MdB seit 1998, ist katholisch aufgewachsen, war Messdiener und katholischer Pfadfinder. Goldmann beschreibt die Position der FDP so: „In unserer Partei gibt es zwei Lager: ein konfessionelles und eines, das die Kirchen ablehnt. Die Kirchenkritiker äußern sich offensiver, so dass manchmal der Eindruck entsteht, die FDP sei kirchenfeindlich.“ Diesem Eindruck will Goldmann entgegenwirken. Er gehört wie die Beauftragte von der CDU, Frau Fischbach, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an. „Etwa jeden zweiten Sonntag geht er in die Kirche, manchmal auch unter der Woche.“ Er ist allerdings auch gegenüber moslemischen und humanistischen Werten offen. „Wir können uns alle unter einem Gott vereinen“, so sein Glaube. Das christliche Abendland sei gefährdet, „weil es zuwenig Christen gibt, die ihren Glauben im Alltag sichtbar machen.“ Was immer das heißt. Und was ist mit der Linkspartei?

PDS / Linkspartei
Bodo Ramelow (50) ist im Jahr 2000 wieder bewusst in die evangelische Kirche eingetreten. „Ich hatte mich schon lange mit dem Gedanken beschäftigt, mich mit der Amtskirche zu versöhnen, so der PDS-Abgeordnete aus Thüringen. „Im Bundestag ist er nach Gregor Gysi und Oskar Lafontaine als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der drittwichtigste Mann der Fraktion.“ DDR bedeute für ihn „40 Jahre Kirchenfeindlichkeit“. Die Linkspartei müsse die Politik der früheren SED auch als eigene Schuld anerkennen. Sein Wunsch für einen der nächsten Parteitage der PDS bzw. der Linkspartei: „Ich wünsche mir, dass uns eines Tages auf dem Parteitag ein Bischof die Bibel als Maßstab gesellschaftlicher Verantwortung auslegt.“ (PS: Wir empfehlen Kardinal Meissner aus Köln, der ja auch schlechte Erfahrungen in der DDR machte.)
So weit also unsere Politiker.

11.5.2006 - "Schlimmste Steuererhöhung aller Zeiten" für die Bürger - nur Milliardengeschenke an die Kirchen bleiben / Papstbesuch verschlingt weitere Millionen: Mehrwertsteuererhöhung, Kürzung der Pendlerpauschale, Erhöhung der Versicherungssteuer, Kürzung der Sparerfreibeträge, Erhöhung der Steuern auf Benzin und sehr vieles mehr sind ab 1.1.2007 schon beschlossen.  Und jetzt wird auch schon über PKW-Maut und über Gesundheits-Solidaritätsbeitrag zusätzlich zur Krankenversicherung nachgedacht und über noch einiges mehr. Die deutsche Boulevard-Zeitung Bild spricht von der "schlimmsten Steuererhöhung aller Zeiten" (11.5.). Während in den Nachbarländern die Abgabenlast für die Bürger überwiegend gesenkt wird, werden sie in Deutschland kräftig angehoben. Im Unterschied zu den Nachbarn hat Deutschland aber auch den teuren Klotz "Kirche" am Bein. Dieser schlägt jährlich mit ca. 14,15 Milliarden Euro Subventionen für Priesterausbildung, Bischofsgehälter, Kirchen- und Pfarrhausrenovierung usw. zu Buche, bzw. er führt wegen der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer (eine von der Steuer abzugsfähige Steuer ist ohnehin ein deutsches Phänomen) zu hohen Einnahmeverlusten.

"Mit etwas Sparwillen besteht für eine Erhöhung [der Mehrwertsteuer] überhaupt kein Grund", erklärt Holger Menzel vom Einzelhandelsverband HDE (Bild, 11.5.). Doch von reduzierten Zahlungen an die Großkirchen wollen die Politiker nichts wissen. Im Gegenteil. Allein die Sicherheitsmaßnahmen für den bevorstehenden Papstbesuch im September sollen den Bürger weitere ca. 50 Millionen Euro kosten. Und die Einbußen für die Unternehmen (z. B. wegen Sperrung der Autobahn für die Papstmesse in Regensburg oder wegen Absperrungen der Innenstadt in München zur Hauptgeschäftszeit) sollen von diesen einfach hingenommen werden. Es käme demgegenüber günstiger, wenn der deutsche Staat jedem katholischen Pilger eine Rückfahrkarte nach Rom schenken würde, damit er Joseph Ratzinger dort bejubeln kann (so z. B. der Vorsitzende der bayerischen Polizeigewerkschaft Harald Schneider in der Mittelbayerischen Zeitung, 1.2.2006).

Auch bekommen die Kirchen weiter von fast jeder Kommune freiwillige Zuschüsse in Höhe von Zig-Tausenden von Euro. Das Paradoxe dabei: Städte und Gemeinden müssen Grundstücke und Immobilien verkaufen, um ihren Haushalt zu decken und der Kirche weiterhin Geschenke machen zu können. Die Großkirchen tasten jedoch bei Finanzbedarf ihr immenses Vermögen (in Deutschland nach Spiegel 49/2001 derzeit ca. 500 Milliarden Euro) in der Regel nicht an, weil es natürlich für sie vorteilhafter ist, wenn der Staat für sie bezahlt. Und Steuererhöhungen berühren sie ohnehin kaum. Die Kirche muss weder Mehrwertsteuer abführen noch Schenkungs- oder Erbschaftssteuer noch Grundsteuer, Körperschaftssteuer, Kapitalertragssteuer noch sonst welche Steuern zahlen. Dies alles und vieles mehr wird ihnen in Deutschland geschenkt. Der Hintergrund: Die meisten namhaften Politiker sind in ihrem Amt gleichzeitig Lobby der beiden Großkirchen. So wird das Geld den Kirchen wohl weiter sprichwörtlich "vorne und hinten rein gesteckt". Und die Bürger müssen zahlen* und bekommen dafür den päpstlichen Segen.


 

8.9. / 14.9.2006 - Keine öffentliche Meinungsfreiheit in Gegenwart des Papstes - Erleben wir einen Vorgeschmack auf einen Polizeistaat? "Die Münchner Polizei will beim Besuch von Papst Benedikt XVI. ... energisch gegen papstkritische Demonstranten vorgehen", so Polizeipräsident Schmidbauer (Süddeutsche Zeitung, zit. nach Würzburger katholisches Sonntagsblatt Nr. 37/2006). Die mit der Kirche verfilzte Staatsmacht (Ministerpräsident Edmund Stoiber spricht von einer "Symbiose"; Hessischer Rundfunk, 13.9.;  hatte schon 1980 brutal zuschlagen lassen, als sich behutsame und vorsichtige Kritik in der Öffentlichkeit zeigte. In der Presse wurde damals kaum etwas Kritisches berichtet. Und heute auch nicht.
Anders der Umgang des Staates mit möglichen Straftätern: Freies Geleit vom deutschen Staat gab es nämlich für einen Großspender an die römisch-katholische Kirche aus Liechtenstein, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in dreistelliger Millionenhöhe ermittelt. Die Staatsmacht sicherte ihm zu, ihn nicht zu verhaften, damit er Benedikt XVI. in Regensburg persönlich treffen und wieder unbehelligt nach Liechtenstein flüchten kann. Vielleicht denken sich die Kirchenmitglieder in der deutschen Justiz: Den Staat und seine Bürger zu bestehlen und das Geld der Kirche zu geben - das kann doch nicht wirklich ein Verbrechen sein. Der Staat kann doch hinterher wieder die Steuern erhöhen ...

 

14.9. / 15.11.2006 - Ministerpräsident Edmund Stoiber: "Symbiose" von Staat und Kirche - Zutreffender wäre jedoch "parasitäres Verhältnis" - "Wenn der größte Sohn Bayerns als Papst zurückkehrt in seine Heimat, dann ist das eben ein schöner Moment, den man nie vergessen wird", so Ministerpräsident Edmund Stoiber in der Sendung Benedikt Backstage (HR, 13.9.) über den weit über 100 Millionen Euro teuren Papstbesuch in Bayern. Es ist ein "Jahrhundertereignis, wenn nicht ein Jahrtausendereignis", so der CSU-Vorsitzende (Spiegel online, 14.9.). Und: „Natürlich, Trennung von Staat und Kirche, das ist ja auch der große Schritt nach der Aufklärung gewesen. Aber wir haben eine gute Zusammenarbeit und Symbiose, und sicherlich ist in Bayern die Zusammenarbeit von Staat und Kirche vielleicht besser als woanders, und ich glaube, das bekommt allen ganz gut.“ (HR, 13.9.) Laut Duden bedeutet "Symbiose": "´Zusammenleben` ungleicher Lebewesen zu gegenseitigem Nutzen." Schon der Sachverhalt der "Symbiose" hätte nichts mit dem deutschen Grundgesetz zu tun, das die Religionsfreiheit für einander gleichberechtigte Religionsgemeinschaften in einem religiös neutralen Staat vorsieht, der keine Religion bevorzugen oder benachteiligen darf. Doch ist es überhaupt eine Symbiose von Staat und Kirche, wie Edmund Stoiber sagt? Haben also beide einen offensichtlichen Vorteil? Der Nutzen für die Kirche ist offensichtlich. Der Staat jedoch wird von der Kirche finanziell ausgesaugt ohne dass er davon einen nachweisbaren Nutzen hat. So wäre das Wort "parasitäres Verhältnis" zwischen Kirche und Staat wohl zutreffender. Laut Duden bedeutet "parasitär" "schmarotzerhaft". Und "schmarotzen" bedeutet wiederum "auf Kosten anderer leben". In Deutschland lebt die Kirche mindestens zu 14-15 Milliarden Euro jährlich auf Staatskosten (für Gehälter, Priesterausbildung, Baumaßnahmen, Steuerbefreiungen usw.). Die Subventionen für soziale Dienste der Kirche in Höhe von weiteren ca. Milliarden Euro jährlich sind dabei nicht mitgerechnet (Die Kirche verwendet dieses Geld zwar zum großen Teil sinnvoll, erntet dafür jedoch zu Unrecht die Lorbeeren, die der Staat bekommen müsste. Viele Bürger sind nur noch deshalb Kirchenmitglieder, weil sie irrtümlich glauben, die Kirche würde soziale Dienste überwiegend selbst finanzieren.)

 

26.10. / 23.11. / 21.12.2006 - 565 Millionen Euro mehr Kirchensteuereinnahmen - Kirchen jubeln - Jubel in den Kirchen: Gegenüber dem Jahr 2005 steigen die Kirchensteuereinnahmen wegen der guten Konjunktur im Jahr 2006 für beide Großkirchen zusammen um 7,3 % =  565.000.000 Euro an (dpa, 20.12.2006). Bereits aus einer Statistik der laufenden Kirchensteuereinnahmen in der Zeitschrift idea-spektrum (43/2006) Herbst ließen sich ca. 400 Millionen mehr hochrechnen, die jetzt noch deutlich übertroffen werden. Hinzu kommen die ungebrochenen Staatssubventionen von ca. 14,15 Milliarden Euro für innerkirchliche Zwecke plus außerordentliche Millionenzahlungen wie für die Papstbesuche 2005, 2006 und jetzt wieder 2007 (die kirchlichen Sozialdienste werden mit ca. 10 Milliarden Euro übrigens zusätzlich auch  überwiegend vom Staat bezahlt). Allein die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern nimmt im laufenden Jahr 30.000.000 Euro mehr ein als erwartet, nachdem man schon im Jahr zuvor 6.400.000 Euro mehr eingenommen hatte als 2004 (Fränkischer Tag, 23.11.2006) - und das, obwohl die Zahl der Mitglieder deutlich gesunken ist. Und auch für 2007 wird eine weitere Steigerung der Kirchensteuereinnahmen erwartet (dpa, 20.12.2006)
Während in Deutschland allmählich trotz "Aufschwung" (für wen?) die neue Armut um sich greift und mancher Normalverdiener nicht mehr weiß, was er noch einsparen soll, um über die Runden zu kommen (als nächstes werden die Krankenkassenbeiträge z. B. schon wieder drastisch erhöht; siehe dazu
 
http://www.bild.t-online.de/BTO/
tipps-trends/geld-job/aktuell/
2006/12/21/krankenkassen-schock/
krankenkassen-schock.html
), 

überlegen die Kirchenführer derzeit, wie sie die Mehreinnahmen anlegen. "Am rigorosen Sparkurs soll aber festgehalten" werden, schreibt idea. Die Kirchen sind bekannt für ihre üppigen Rücklagen, frei nach dem der Bibel entlehnten Motto: "Ihr sollt euch Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost nicht fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen", also z. B. Wertpapiere.
Experten haben einmal errechnet, dass ein Kirchensteuerzahler ein Jahr seiner Lebensarbeitszeit  nur für die Kirche arbeitet und dabei Kirchensteuern bis zur Höhe des Wertes einer Eigentumswohnung zahlt.

 


17.12. / 19.12.2006 - Skrupellose Abzocke der Kirche in Berlin und Brandenburg - Ausgetretene müssen wieder Kirchensteuer zahlen 
"Skrupellos" nannte Rechtsanwalt Karsten Sommer das "Geschäftsgebaren" v. a. der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Berlin-Brandenburg, das diese seit einigen Jahren betreibt (Der Tagesspiegel, 13.3.2006). Zieht nämlich ein Bürger neu in Berlin zu, reicht es nicht, wenn dieser erklärt, konfessionslos zu sein. Er muss einen Kirchenaustritt schriftlich nachweisen können oder verbindlich erklären, niemals getauft worden zu sein. Die Kirche ließ dann das Taufregister seines Geburtsorts durchforsten, um diese Auskunft zu kontrollieren (frei nach dem Motto "Sobald das Wasser über den Scheitel rinnt, darfst du bald zahlen, liebes Kind"). Doch was geschieht, wenn man irgendwann einmal getauft wurde, jedoch die spätere Austritts-Bescheinigung nicht mehr findet oder nie eine solche erhalten hat? Dann kann man sich nur durch sofortigen erneuten Kirchenaustritt (und erneute Zahlung der Kirchenaustrittsgebühr) vor weiteren Forderungen der Kirche schützen. Man muss dann "nur" vom ersten Kirchensteuer-Bescheid bis zur Wirksamkeit des zweiten Austritts an die Kirche zahlen.

Manchmal machte sich die Kirchensteuerbehörde nicht einmal die Mühe, einem Bürger seine Taufe nachzuweisen, sondern stempelte ihn einfach per Behördenwillkür zum evangelischen oder katholischen Kirchenmitglied. So berichtete z. B. der von Düsseldorf nach Berlin gezogene Hans Gabriel, er wurde von der Kirchensteuerbehörde kurzerhand auf Verdacht als "römisch-katholisch" erklärt, obwohl er niemals "römisch-katholisch&

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