11.5. / 12.5. / 13.5.2006
Der 68-jähriger römisch-katholischer Priester Father Gerald Robinson wird in Toledo/Ohio/USA zu 15 Jahren Haft verurteilt. Bereits im Jahr 1980 hat er als 42-Jähriger am Ostersamstag seine enge Mitarbeiterin Margaret Ann Pahl in der Krankenhauskapelle erstochen. Der körperlich überlegene Pfarrer zog der Nonne in der Sakristei die Unterwäsche aus, wickelte sie in die Altardecke der Kirche ein und stach mit seinem Brieföffner 31 Mal zu. Dabei ergab sich auf der Decke die Form eines auf den Kopf gestellten Kreuzes. Die Ordensschwester hatte zuvor den Karfreitags-Gottesdienstes des Priesters kritisiert. Das auf dem Kopf stehende Kreuz gilt als ein Symbol für den “Teufel” und in der Horror-Literatur muss man auf diese Weise die “Boten des Teufels” töten (Toledo Blade, 7.2.; Bild, 11.5.; dpa, 12.5.).
Der bekannte Kirchenlehrer Tertullian (um 200) bezeichnete die Frau einst als “Einfallspforte des Teufels”. Und bereits in früheren Jahrhunderten wurden Zehntausende von Frauen auf den Scheiterhaufen hingerichtet, weil die Kirche ihnen vorwarf, mit dem Teufel im Bunde zu sein. Oft ging den Ermordungen ein “gescheiterter” Exorzismus an den Frauen voraus.
Nach außen wirkt Father Robinson für viele vertrauenserweckend ...
Die Polizei wurde 2003 erneut auf den Würdenträger aufmerksam, der die ganze Zeit über als Hauptverdächtiger galt. Eine Frau klagte ihn und Mitarbeiter seines Seelsorge-Teams nun an, sie als Kind sexuell missbraucht zu haben. In diesem Zusammenhang wurden auch die Ermittlungen zum Mord an Margaret Ann Pahl wieder aufgenommen. Und aufgrund genauerer Ermittlungsmethoden konnte nun der Brieföffner von “Hochwürden” Rev. Robinson eindeutig als Mordwaffe identifiziert werden.
Im Unterschied zu anderen Mördern begründen kirchliche Amtsträger ihre Verbrechen nicht selten theologisch. so war auch Father Robinson zur Urteilsverkündung im Priestergewand erschienen. Und sein Verteidiger, der Freispruch aufgrund nicht ausreichender Beweise gefordert hatte, erklärte nach dem Urteil, dies sei sein beruflich “schlimmster Tag”, und er fügte den merkwürdigen Satz hinzu: “Ich bin nie stolzer gewesen, ein Katholik zu sein.” (kreuz.net, 12.5.06) |