19.1. / 22.2.2006
Der Prozess gegen Michaela G. aus Wachtberg in Nordrhein-Westfalen ist am 22.2.2006 zu Ende gegangen. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hat sie als Altenpflegerin zwischen 2003 und 2005 insgesamt neun Frauen im Alter zwischen 79 und 93 im Alten- und Pflegeheim Limbachstift mit einem Kissen erstickt. Ihre Geständnisse hatte sie zuletzt widerrufen, was für das Gericht jedoch nicht glaubwürdig war. Das Gericht stellte außerdem eine besondere Schwere der Schuld fest, so dass eine Freilassung der Pflegerin auf Bewährung nach 15 Jahren Haft ausgeschlossen ist. Die engagierte Katholikin "half ... im Pfarrgemeinderat der Kirche, spielte Bariton und Ventilposaune" (Bild, 19.6.). Sie litt nach Angaben der Verteidigung an "Minderwertigkeitskomplexen" und der "Gier nach Anerkennung". Dies ist insofern von gesellschaftlicher Bedeutung (und wird auch nur deshalb hier erwähnt), da die kirchlichen Weltanschauungsbeauftragten in Verbund mit den Medien eine massive Hexenjagd auf religiöse Minderheiten eröffnen würden, wenn ein Angehöriger einer solchen kleineren Gemeinschaft auch nur einen Bruchteil der Verbrechen begehen würde, die bei Mitgliedern der Großkirchen sehr häufig passieren. Dabei projizieren die kirchlichen Theologen die Verbrechen, Skandale und krankhaften Persönlichkeitsstörungen in den eigenen Reihen immer wieder auf die kleinen Gruppen und ihre Anhänger und versuchen, diese damit zu verleumden. Erst im vergangenen Jahr wurde ein Mitglied der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, das eine ausgeprägt evangelische Erziehung erhielt, nach der Ermordung von neun ihrer Kinder festgenommen. Der ebenfalls evangelische Innenminister Jörg Schönbohm lenkte damals vom kirchlichen Hintergrund ab, indem er die Verhältnisse in der DDR beschuldigte.
|