Die Bedrohungslage durch islamische Extremisten in der Schweiz hat sich verschärft, sagt Fedpol-Direktor Jean-Luc Vez. Insgesamt hat die Schweiz aber ein ruhiges Jahr hinter sich.
Jean-Luc Vez, Direktor des Bundesamts für Polizei (Fedpol), ruft zur Wahrung der inneren Sicherheit und zu einem besonnenen Umgang zwischen den verschiedenen Gemeinschaften auf. Auch wenn das hauptsächliche Kampfgebiet weiterhin vor allem im Irak liege, sei Westeuropa eine Arena des Jihad. « (...) und die Schweiz liegt mitten in dieser Gefahrenzone», heisst es im Bericht.
Der islamische Terrorismus bleibe die grösste Bedrohung der inneren Sicherheit, auch wenn wie in den Jahren zuvor festzuhalten bleibe, dass in der Schweiz keine konkreten Vorbereitungshandlungen für einen Anschlag nachgewiesen werden konnten.
Vez schreibt im Editorial zum Bericht «Innere Sicherheit der Schweiz», die Bedrohungslage der Schweiz habe sich in den letzten Jahren sukzessive verschärft. Seit 2001 wechselten sich die Jahre, in denen im Bericht ein islamistisch motivierter Anschlag in der westlichen Welt erwähnt werden müsse, mit solchen ab, in denen diese Pflicht entfalle. «Das Berichtsjahr 2007 gehört zu den guten Jahren – aber wie leicht hätte es, zum Beispiel in Grossbritannien oder Deutschland, anders sein können», schreibt der Direktor des Bundesamts für Polizei.
Erstaunlich ruhige Lage in der Schweiz
Vez fügte an, auch organisierte Kriminalität sei eine Bedrohung, ebenso der politisch motivierte Gewaltextremismus. Dass es in der Schweiz im Berichtsjahr mehrheitlich ruhig blieb, möge angesichts der verschärften Lage in Südosteuropa, der Türkei und im Nordirak sowie auf Sri Lanka erstaunen. Für Vez ist dies aber neben anderen Faktoren auch auf die Erfahrung eines besonnenen Umgang zwischen den verschiedenen Gemeinschaften zurückzuführen. «Diese Besonnenheit ist ein Gut, das einheimische Extremisten linker und rechter Couleur meinen, gering achten zu dürfen», schreibt der Fedpol-Direktor. Er fügt an, mit seiner nüchternen Analyse wolle der vorliegende Bericht seinerseits zum angemessenen Umgang – nicht nur im Hinblick auf die parlamentarische Beratung der Revision BWIS II – beitragen.
Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch
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