2000: Ein 45 Jahre alter Pater aus Südbaden wird wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Er hatte sich an zwei sechs und acht Jahre alten Jungen vergangen und einen von ihnen zum Oralverkehr gezwungen.
2002: Ein 38 Jahre alter katholischer Geistlicher wird zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Der Priester hatte in Holzwickede bei Dortmund eine Jugendgruppe geleitet und einen 13 Jahre alten Schüler zu Strip-Poker-Spielen in seine Wohnung geholt – am Ende waren beide nackt. Der bekennende Homosexuelle gibt mehrere Sexkontakte zu Jugendlichen zu. Nach dem Prozess werden neue Vorwürfe öffentlich.
2003: In Weiden wird ein 46 Jahre alter Priester aus der Oberpfalz zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Der frühere Pfarrer von Georgenberg hatte innerhalb von rund zehn Jahren zwölf Jungen sexuell missbraucht. Als ein erster Prozess gegen den Kirchenmann aus dem Bistum Regensburg unmittelbar vor der Urteilsbegründung platzt, wird bekannt, dass der Pfarrer auch noch 77000 Euro aus der Kirchenkasse in die eigene Tasche gesteckt hat. Deswegen hat der Mann in der zweiten Verhandlung keine Chance mehr auf eine Bewährungsstrafe.
2003: In Gießen wird ein 56-Jähriger zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der Priester hatte zwei Messdienern im Pfarrhaus Pornovideos gezeigt und sich mehrfach vor ihnen befriedigt, unter anderem im Schwimmbad und während einer Reise nach Griechenland.
2005: Ein 51 Jahre alter katholischer Geistlicher aus Bad Münder wird vom Bistum Hildesheim suspendiert, weil er sich vor mehr als 20 Jahren an einem 17-Jährigen vergangen hat. Strafrechtlich ist der Fall verjährt und kann nicht mehr verfolgt werden.
2005: Das Bistum Magdeburg gibt zu, dass in der Gemeinde Delitzsch nahe Leipzig vor fast 50 Jahren ein Ministrant von einem Pfarrer und einem Kirchenangestellten jahrelang missbraucht wurde. Laut einem Bericht hat das Bistum dem inzwischen erwachsenen Mann 25000 Euro Entschädigung gezahlt. Zu Beginn der Torturen war das Opfer erst neun Jahre alt. Zuvor hatte ein anderer Pfarrer aus dem Bistum zugegeben, dass er sich auch noch zu DDR-Zeiten an einem neun Jahre alten Mädchen vergangenen hatte.
August 2007: Im ostbayerischen Riekofen wird der Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs eines Ministranten verhaftet. Der Geistliche war bereits sieben Jahre zuvor wegen Kindesmissbrauchs während seiner Zeit als Kaplan zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Bistum Regensburg macht den Mann dennoch 2004 zum Gemeindeseelsorger in Riekofen. Mit der Ernennung des vorbestraften Priesters zum Gemeindepfarrer verstößt die Diözese gegen die Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz gegen Kindesmissbrauch.
Quelle:
http://www.welt.de