In der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche gibt es Streit um die Bischofskandidatur des schwulen Propstes Horst Gorski aus Hamburg-Altona.
Am 12. Juli entscheiden die norddeutschen Protestanten über die Nachfolge des Schleswiger Bischofs Hans Christian Knuth. Der 51-jährige Gorski wäre der erste offen homosexuelle Bischof in Deutschland. Konservative Strömungen innerhalb der Kirche laufen Sturm gegen seine Wahl: Gorski würde als Mitbegründer des Konvents schwuler Pastoren und lesbischer Pastorinnen in Nordelbien das dies "Ansehen und Gewicht der lutherischen Kirche in der Ökumene weiter ruinieren", argumentiert Dieter Müller, von der konservativen Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Nordelbien.
Dagegen unterstützt die prominente Hamburger Bischöfin Maria Jepsen die Kandidatur Gorskis. Sie glaube nicht, dass die Ökumene Schaden nehmen würde, erklärte sie gegenüber der Tageszeitung "Bild": "Schon die Ehe ist in der römisch-katholischen Kirche im Normalfall ein Weihehindernis. Das kann also für uns nicht die Frage sein. Tatsächlich vertreten die Kirchen – auch innerhalb der evangelischen Kirchenfamilie – verschiedene Ansichten zur Sexualität." Jepsen stand letztes Jahr in der Kritik, weil sie einen Gedenkgottesdienst für verfolgte Schwule geleitet hatte (queer.de berichtete).
Hans-Peter Strenge, Präsident der Nordelbischen Synode, sieht Homosexualität nicht als Hindernis für eine Bischofweihe. Immerhin sei die Synode schon 1997 auf Schwule und Lesben zugegangen: "Und im Anschluss daran besteht ein breiter Konsens, dass Homosexualität kein Hindernis weder für die Ordination noch für die Ausübung eines geistlichen Amtes ist", so Strenge laut "Welt".
Gegenkandidat von Gorski ist der 57-jährige Gerhard Ulrich. Der Vater von drei Kindern ist Propst des Kirchenkreises Angeln. (dk)
Quelle: http://www.queer.de |