Wie der Münchner Merkur am 02. Juli 2007 berichtet, konnten nur 21 Priester geweiht werden.
Davon entfallen auf die Diözese München 11, Eichstätt 1, Bamberg 3 und 6 Anwärter aus Regensburg. Eine wirklich sehr magere Ernte.
Pikant ist dabei, dass in Eichstätt auch der Diakon Hans-Tilmann Golde (44) vom Diakon zum Priester geweiht wurde. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er war früher evangelischer Pastor in der Landeskirche Sachsen und konvertierte zur katholischen Kirche. Papst Benedikt XVI. dispensierte ihn im Februar vom Zölibat. Im März wurde er zum Diakon geweiht.
In den vergangenen 30 Jahren wurden bereits 20 verheiratete ehemalige protestantische Pastoren zum Priester geweiht.
Bischof Müller (Regensburg) bedauerte, dass man wegen der immer geringeren Anzahl von Anwärtern von Priestern traurig werden könnte. Er bat um Gebete, dass sich wieder mehr Arbeiter für die "Ernte" des Herrn berufen fühlen.
Er hat wohl allen Grund dazu. Immerhin ging die Zahl der Priesterweihen in den vergangenen Jahren dramatisch zurück. Es sterben mehr Priester als junge Kandidaten nachwachsen. Hierdurch klafft eine große Lücke. Würden nicht unzählige bereits pensionierte Pfarrer einspringen, müsste man zahlreiche Kirchen schließen. Auch der Versuch, die Lücken durch Priester vor allem aus Afrika, Polen und Indien zu schließen half nur wenig.
Während früher der Pfarrer ein recht gemütliches Leben in seiner überschaubaren kleinen Gemeinde führte, ein Pfarrhaus mit Haushälterin genoss und am Abend noch in der Wirtschaft mit den Bauern bei einem oder auch mehreren Maß Bier Karten spielte und über jeden Bescheid wusste, betreut er heute oft bis zu 5 Gemeinden.
Heute müssen Pfarrer Manager sein. Taufen, Beerdigungen, Hochzeiten, Krankenbesuche in 5 Gemeinden, da geht ohne Terminkalender und Management gar nichts. Es ist nicht verwunderlich, wenn manch Pfarrer völlig überfordert und mit den Nerven fertig ist. Die Folgen sind Stress, Magen- und Herzerkrankungen, bis hin zu Depressionen oder gar Alkoholismus.
Daher überlegt sich manch möglicher "Kandidat" diesen Schritt sehr genau und wechselt das Studium im letzten Moment mit der Aussicht auf eine geregelte Arbeitszeit, eine Familie und Kinder. Eine große Hürde stellt auch das Zölibat dar, das eisern verteidigt wird.
So werden die Kirchenbesucher und aktiven Christen immer geringer, dies erleichtert vielen Pfarrern ihren Job. Die Kirchenbesuche gingen um fast 70 % seit 1960 zurück. Viele Kirchen werden immer seltener geöffnet, da der Unterhalt wie Strom und Heizung die Kosten nicht mehr decken. Die Opferstöcke sind fast leer, die Kasse klingelt nicht mehr. In einer Zeit in der viele Menschen wegen der hohen Lebenshaltungskosten jeden Cent 2 x umdrehen müssen, bleibt kein Geld mehr für die Kirche.
Auch die Zahl der "kirchlichen Beerdigungen" geht ständig zurück. Viele Prominente und Politiker verzichteten bei ihrer Beerdigung bewusst auf den Pfarrer und Kirche. Dies löste bei vielen den Mut aus, es ebenso zu handhaben. Beerdigungsinstitute und Zeitungen stellten sich auf diese Wünsche ein. Viele Todesanzeigen erscheinen heute ohne "Kreuz" und fromme Sprüche, statt dessen werden Sätze aus schönen Gedichten zitiert oder einfach ganz persönliche Worte an den Verstorbenen gerichtet.
Durch den geänderten Wertewandel in unserer Gesellschaft bleibt kein Platz mehr für langweilige Rituale. Die Menschen bleiben am Wochenende länger liegen, nützen das schöne Wetter lieber um mit der Familie die Sonne zu genießen.
Den meisten Mitbürgern wird während der Woche enorme Konzentration im Beruf und Familie abverlangt so dass sie wenig Lust haben, einen Teil ihrer Freizeit in den Kirchen zu verbringen. Auch die meisten Kinder und Jugendlichen sitzen lieber vor dem PC oder lernen für die Schule, gehen ihren Hobbys mit Freunden nach, da bleibt kein Platz mehr für die Kirche.
Besonders eine Kirche, die stets alte Riten, konservative "Ermahnungen" und weltfremde Meinungen von sich gibt , kommt bei der Jugend kaum an. Sollte die alte Messe in lateinischer Sprache wieder vermehrt angeboten werden, bleibt bleibt auch der letzte Rest weg. Übrig bleiben die alten "Gebetsweiber", die wie früher lateinische Litaneien vor sich hin plappern ohne zu wissen was diese eigentlich bedeuten. Schon den Rosenkranz leiern sie in monotoner Tonlage vor sich hin, mancher schläft dabei gar ein.
Hier ist wenig von einer modernen und aufgeschlossener Kirche festzustellen. Darüber sollten sich die ehrbaren Bischöfe Gedanken machen nicht den "Priestermangel" und den dramatischen Rückgang der Besucher und Kirchenaustritte bedauern.
Gebete helfen da nicht, es muss endlich gehandelt werden. |